Nina Blazon - Buchautorin - Im Bann des Fluchträgers

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5 Fragen an Andrea Bottlinger



Bottlinger
Heute habe ich die Freude, eine unglaublich vielseitige Kollegin vorstellen zu dürfen. Sie schreibt nicht nur Sachbücher, Fantasy, Jugendbücher und zeitgenössische Belletristik (als Andrea Ulmer), sondern ist auch in der Science-Fiction zu Hause. Unter dem Pseudonym Susanne Wilhelm verfasst sie Romane aus den Serien Dorian Hunter und Das Haus Zamis und arbeitet darüber hinaus als freie Lektorin und Übersetzerin - unter anderem für die Star Trek-Reihe. Nun ist mit "Das Geheimnis der Papiermacherin" ist erster historischer Roman erschienen. Er spielt in Nürnberg im Jahr 1621 und erzählt von der jungen Anna, die alles aufbieten muss, um die Papiermühle ihres Vaters vor dem Bankrott zu retten. Ein harter Kampf, der durch Bartholomäus, ihren ärgsten Konkurrenten, nur noch erschwert wird.



Liebe Andrea, wie bist du auf das Thema "Lumpenschmuggel" gestoßen?
Ich habe Buchwissenschaft studiert und in dem Rahmen ein Seminar über Papierherstellung besucht. Da Papier ja aus Lumpen hergestellt wurde früher, wurde Lumpenschmuggel am Rande erwähnt. Der Gedanke, dass selbst so etwas wie Lumpen in einem bestimmten Kontext so wertvoll werden kann, dass es geschmuggelt wird, hat mich seitdem nicht mehr losgelassen.

Was fandest Du an der Epoche, in der Dein Roman spielt, besonders spannend oder herausfordernd?
Besonders spannend fand ich, dass wir uns hier in einer Zeit bewegen, die voll mit sozialen und technischen Neuerungen war. Ich stoße immer wieder auf Leute, die es zum Beispiel irritiert, dass es damals schon Zeitungen gab, die auch tatsächlich so hießen. "Neue Zeitung" bedeutet im Prinzip einfach "neue Nachricht/Botschaft", und so waren die Flugblätter damals oft betiteln, in denen man Berichte sowohl über politische Ereignisse als auch über Klatsch und Tratsch und Gerüchte fand. Den Bericht über das zweiköpfige Kalb, der im Roman erwähnt wird, habe ich mir zum Beispiel gar nicht ausgedacht, sondern von einem Flugblatt geklaut, das ich bei meinen Recherchen gefunden hatte. Ich mag es immer, zu sehen, dass Menschen im Prinzip schon immer Menschen waren. Auch vor 400 Jahren wollte man nicht einfach nur trocken über Wichtiges informiert werden, sondern auch reißerische Artikel über unwahrscheinliche Ereignisse lesen. Und auch das Hauptthema des Romans ist ja eines, das durch technische und soziale Neuerungen bewirkt wurde. Die erste Papiermühle in Deutschland gab es natürlich schon früher, 1390, aber unter anderem durch die Reformation stieg der Bedarf an Papier. Jeder hatte eine Meinung dazu und wollte sie mitteilen. Luther und seine Nachfolger wollten, dass seine Bibelübersetzung möglichst unter die Leute kommt, weil sein Ziel ja war, dass auch einfache Leute die Bibel lesen und sich selbst eine Meinung darüber bilden, anstatt von den Interpretationen des Klerus abhängig zu sein. All das sorgte letztendlich dafür, dass der Rohstoff für die Papierherstellung, Lumpen, knapp wurde und sich schließlich entsprechende Schmuggelgeschäfte entwickelten.

Gibt es eine Figur, die Dir beim Schreiben besonders nahe war?
Ich mochte Jonathans Freundin Sybille sehr gerne. Ich hatte ihr ursprünglich gar keine so große Rolle im Roman zugedacht, aber hatte im Verlauf des Schreibens immer mehr Spaß dabei, eine tiefergehende Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau darzustellen, die keine romantische Beziehung ist, aber auch nicht über Verwandtschaft oder etwas in der Art bedingt. Das sieht man meiner Meinung nach viel zu wenig.

Laufen alle Genres, in denen Du als Autorin unterwegs bist, für Dich ganz gleichwertig parallel oder fühlst Du Dich in einem davon besonders zu Hause?
Ich bin im Prinzip in jedem Genre zu Hause, in dem ich zumindest Ansätze meines Humors unterbringen und interessante Charaktere schreiben kann. Ich habe lange gedacht, dass die Phantastik mein Genre ist, weil ich das am meisten lese, aber letztendlich erzählt man immer Geschichten über Menschen. Es sind die Personen, die diese Geschichten interessant machen.

Gab es eine Buchheldin oder einen Helden, der Dich in Deiner Kindheit begleitet hat?
Ich glaube nicht, dass es einen bestimmten Helden gab. Ich habe als Kind unglaublich viel gelesen, auch viele Sachen, die eigentlich nicht für mich gedacht waren. Ich habe schnell entdeckt, dass mein Vater ein Regal hatte, in dem nur Fantasy und Science Fiction standen, und da habe ich mehr oder weniger wahllos Bücher rausgezogen. Das führte dazu, dass mein Lesestoff ein buntes Durcheinander war aus Isaac Asimov, Terry Pratchett, Anne Rice, Marion Zimmer-Bradley, und dazwischen irgendwelche mal mehr und mal weniger altersgerechte Kinderbücher, die Verwandte mir geschenkt hatten. Ich habe dann auch schnell angefangen, mich eher an bestimmten Autoren festzuhalten als an den Charakteren. Terry Pratchett war der Begleiter meiner Teenagerjahre, und ich habe einige seiner Scheibenweltromane sicher bis zu sechsmal gelesen, weil mich sein Humor und seine Weisheit sehr beeindruckt haben.

Liebe Andrea, vielen Dank für das Interview! Und für alle, die auf die Papiermacherin neugierig geworden sind: Ende August startet eine Leserunde zu diesem Buch auf Leserunden.de.

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Impressum: Nina Blazon, USt-IdNr.: DE227815019, c/o: Lese-Agentur Sabine Fecke, Meisenweg 10, 70565 Stuttgart
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