Nina Blazon - Buchautorin - Im Bann des Fluchträgers

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5 Fragen an Tobias Wengert



Wengert
Wenn man in der Stuttgarter Kulturszene unterwegs ist, kommt man an Tobias Wengert nicht vorbei. In der Stadtbibliothek organisiert und betreut er die interessantesten Literatur-Events. Aber man kennt ihn schon seit Jahren auch als einen der Initiatoren und Veranstalter des Cross-Media-Festivals "Dragon Days", wo unter anderem Tad Williams Stammgast ist. Am 14. Mai findet unter Tobias Wengerts Federführung in der Stadtbibliothek nun ein besonderer Abend statt. Thema: "Andreas oder Andrea - Keine Chance für Fantasy-Autorinnen?"



Lieber Tobias, wie bist Du auf das Thema dieser Veranstaltung gekommen?
Zum Internationalen Frauentag habe ich einen Beitrag gesehen, dass es noch über hundert Jahre dauert, bis es in der Arbeitswelt Geleichberechtigung gibt. Eigentlich sollte das in der Literatur anders sein, aber im Guardian gibt es einen Artikel von einer Schriftstellerin, die ihr Manuskript zunächst unter ihrem richtigen Namen an Literaturagenten geschickt hat und später unter einem männlichen Pseudonym, mit dem sie acht Mal mehr Zusagen bekommen hat. Das hat mich neugierig gemacht, welche Erfahrungen deutsche Fantasy-Schriftstellerinnen machen. Weitere Themen der Reihe sind digitale Fantasy und Superheldinnen.

Kannst Du Dein Arbeitsfeld bei den Dragon Days für uns kurz umreißen?
Meine Lieblingsberufsbezeichnung ist "Veranstaltungsgestalter". Heute wird in der Regel nicht nur ein Buch gelesen, sondern auch die TV-Serie gesehen, das Computerspiel gespielt oder der Comic erlebt. In meinen Veranstaltungen versuche ich die verschiedenen Medien miteinander zu verknüpfen und Einblick in deren Entstehung zu geben. Beispielsweise zeichnet ein Künstler parallel zur Lesung aus "Game of Thrones" ein passendes Bild, das abgefilmt und an die Wand projiziert wird. Im Anschluss zeigt ein Visual Effects Supervisor, wie die Burgen, Schattengeister und Drachen zur Serie gemacht worden sind.

Apropos Dragon Days: Darfst Du schon einen ersten Ausblick auf das diesjährige Festival geben?
Leider warten wir immer noch auf die Zusagen von den eingeladenen Autorinnen und Autoren, aber ich kann schon sagen, dass es Veranstaltungen zu den Themen Klingonen, H.P. Lovecraft und Game of Thrones geben wird. Zum letzten Thema ist auch eine Ausstellung geplant, auf die sich das Team schon sehr freut.

Ganz subjektiv gesprochen: Was kann die phantastische Literatur uns in der heutigen Zeit geben?
Im März war ich auf der SXSW-Tech-Konferenz in Austin. Da gab es natürlich sehr wenige kritische Stimmen zur Zukunft. Die Futurologin Amy Webb hat aber gezeigt, dass es durchaus Grund zur Sorge gibt. Eine gute Antwort auf Deine Frage hat der Science-Fiction Autor Bruce Sterling gegeben, der gesagt hat, dass Literatur kritische Szenarien entwerfen muss, an denen die kommerziellen Digitalpropheten kein Interesse haben. Darüber hinaus bin ich der Meinung, dass sich die Gefahren komplexer Themen, wie mangelnder Datenschutz, mit fiktionalen Texten viel besser vermitteln lassen als beispielsweise mit einem Dokumentarfilm.

Drei aktuelle Werke, die Du jedem ans Herz legen würdest?
"Wer fürchtet den Tod" von Nnedi Okorafor. Für alle, die Nnedi auf den Dragon Days 2017 verpasst haben: Lest dieses Buch! Game of Thrones-Schöpfer George R.R. Martin hat es auch getan und produziert eine Serie zum Buch für HBO. Ein Ritterschlag!

"Der Ursprung der Liebe" von Liv Strömquist, obwohl es eigentlich ein Comic ist. Es geht auch mehr um gesellschaftliche Phänomene als um Fantastik. In ihrem letzten Comic "Der Ursprung der Welt" kamen aber Aliens vor, die sich über die Pioneer-Plakette aufgeregt haben, weil die Frau darauf nicht richtig gezeichnet worden ist. Wer diesen Zusammenhang versteht, wird die Comics von Liv Strömquist lieben!

"Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten" von Becky Chambers. Becky möchte ich unbedingt zu einer meiner Veranstaltungen 2019 einladen! Sie hat sich wirklich ernsthaft Gedanken über das Leben in der Zukunft gemacht.

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